|
03.12.2025
12:00 Uhr
|
Viele Sprachmodelle bezeichnen sich als Open Source, segeln aber unter falscher Flagge. Wer strenge Anforderungen erfüllen muss, sollte genauer hinschauen.

Digitale Souveränität, sensible Firmen- oder Gesundheitsdaten, strenge Transparenzvorgaben oder Rechtssicherheit: Es gibt viele Gründe, generative (Sprach-)Modelle lokal zu betreiben oder nach einer möglichst unabhängigen Lösung zu suchen. Maximalen Gestaltungsspielraum und Kontrolle verspricht der Einsatz von Open-Source-Software – insbesondere da diese den Anforderungen der europäischen KI-Verordnung eher entsprechen als die proprietären Systeme von OpenAI, Google & Co.
Doch in der KI-Landschaft pflegen viele Akteure ihre eigene Lesart von Open Source – vermutlich, um den Begriff zu ihren Gunsten aufzuweichen. Das prominenteste Beispiel ist Meta, das sein Sprachmodell Llama unbeirrt als Open Source anpreist, obgleich es nur wenige Kriterien davon erfüllt. Wir skizzieren die wichtigsten Anforderungen und untersuchen, welche Modelle diesen überhaupt genügen.
Was klassische Open-Source-Software vom Office-Programm bis hin zum Betriebssystem auszeichnet, hat die Open Source Initiative klar definiert und listet auf ihrer Website genau auf, welche Lizenzen diesen Anforderungen entsprechen. Zu den Kriterien gehören unter anderem: freie Weiterverbreitung, offener Quellcode, Ableitungen sind erlaubt, keine Diskriminierung von Personen und Einsatzzwecken.